Eben ist mir ein tolles Beispiel für cooles Guerillamarketing untergekommen. Guerillamarketing wird als ungewöhnliches Marketing mit meist geringem Einsatz von Mitteln definiert.
Um das Beispiel zu erklären bedarf es einer kurzen Einführung zu last.fm (einem meiner Lieblings-Web 2.0 Dienste). Last.fm ist eine Art Webradio, dass man selbst steuern kann. Meistens beginnt man damit, dass man einen Künstler eingibt den man gerne hören möchte. Last.fm spielt dann Musik von diesem Künstler und auch Musik von anderen Künstlern von denen andere Last.fm-Hörer meinen, dass die so ähnlich sind wie der selbst gewählte Künstler. Beim Hören kann man jederzeit anklicken ob man den Künstler mag oder nicht. Last.fm stellt einem daraus immer mehr Empfehlungen zusammen. So entdecke ich gerne neue Künstler und auch teilweise neue Genres. Klar gibt es die üblichen Web 2.0 Elemente wie Freunde, interne Nachrichten, Gruppen etc. und man hat ein öffentliches Profil in dem die Musikvorliebe stehen (wichtig fürs Beispiel).
Back to the Beispiel. Vor einigen Wochen bin ich über Country auf die Band The BossHoss gestoßen. Die gefielen mir ziemlich gut und ich habe ein ganze Reihe ihrer Lieder gehört.
Heute gerade eben surfe ich last.fm ab und sehe eine interne Nachricht von Meg Pfeiffer:
Hi, ich hab gesehen, dass dir The Baseballs gefallen. Die Jungs sind neben Boss Hoss meine Vorbilder, vielleicht gefällt dir ja auch meine Cover-Version von Lady Gaga’s “Poker Face” im Country-Stil – Wenn nicht, entschuldige die Störung
Liebe Grüße, Meg Pfeiffer
Ich bin mir bewusst dass die liebe Meg wahrscheinlich nicht selbst die Nachrichten schreibt (zumal ich The Baseballs noch nie gehört habe aber ganz sicher The BossHoss).
Interessant finde ich einfach den Ansatz. Erstmal anschauen welche Künstler so einen ähnlichen Stil haben wie man selbst. Auf Arbeit nennen wir so etwas Portfolioanalyse des Wettbewerbs. Dann Schritt 2 schauen wer diese Musik gehört hat, das ist die Kundenanalyse des Wettbewerbs. Dann Anschreiben und überzeugen das eigene Produkt zu testen. Das Ganze mit Daten die kostenlos zu Verfügung gestellt werden (last.fm-Statistik, YouTube, MySpace) und auch die eigentliche Aktion das Anschreiben im Stil der dem Social Network Jünger (siehe Punkt 3 Talk like a “Friend” von 10 Secrets To Creating Your Brand’s Facebook Presence ).
Nicht dass ich mich als Marketingexperte auftun will aber mir hat diese Art so gut gefallen, dass ich mir Megs Video auch wirklich angeschaut habe.
Lief in Dauerwiederholschleife, während ich diesen Artikel geschrieben habe, weil mir die Musik echt gefällt und weil ihr den Artikel so brav zu Ende gelesen habt, hab ich das Video zum krönenden Abschluss gleich mal mit eingebunden.
Meg Pfeiffer – Poker Face (Acoustic Cover Version)